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Homo homini lupus est!

Wer schon einige Zeit auf diesem Planeten verbracht hat, der kann im Groben zweierlei feststellen. Die Welt ist eine Spassgesellschaft oder diese Erde ist ein riesiger Käfig mit egomanen Gefängniswärtern und Häftlingen, die in letzter Konsequenz nur an ihr eigenes Überleben denken.

Wem wäre es schon zu verübeln, wenn es um die eigene Haut ginge, dächte er zuerst an seinen eigenen Vorteil? Doch wie kann es sein, dass nach Jahrtausenden der Barberei, dass noch Jahrhunderte nach der Aufklärung Menschen zu Wölfen für Ihresgleichen werden?

Wie kann es sein, dass wir uns gegenseitig die Hände abschlagen, dass wir uns in gekettetem Zustand ersaufen und uns gnadenlos erniedrigen mit Waffen und mit Worten? Wie kann es sein, dass wir noch immer meucheln und morden, betrügen, bestechen und berauben, dass wir unsere Nächsten hintergehen und damit noch protzend vor die Kameras ziehen? Wie ist es möglich, dass wir uns gegenseitig der Freiheit berauben, der Freiheit des freien Wortes und des freien Weges? Weshalb ist der Mensch so sehr Tier, dass er sich so oft vergessen kann, sich in Bewusstlosigkeit verlieren, sich aus Ingnoranz entschuldigen und in törichter Rhetorik herausreden kann?

Eben, weil er eigentlich nie etwas anderes gewesen ist - ein Tier, das grausamste, das je auf Erden hauste! Er zerstört ungeniert und "macht sich untertan" alles, was ihm in dei Quere kommt. Er dominiert und brüstet sich, er reproduziert und behauptet sich - gegen alles und jeden, das/der sich ihm in den Weg stellt.

Er weiß um diese Wirklichkeit und verdrängt sie doch so geschickt, dass er ihr keinen Einhalt gebieten muss, dass er das eigene Wolfsfell täglich neu begründen kann mit der Bissigkeit der anderen. So tobt ein schier endloser Krieg um die Oberhand und höchste Macht auf diesem Planeten - bis wir ihm die letzten Ressourcen entrissen haben werden und bis wir uns zu Tode gefressen haben werden an seinem Fleisch, damit an unserem Fleisch.

Der Mensch ist ein hoffnungsfähiges Geschöpf, ein Viech allemal und eine Bestie, aber bis zu seinem letzten Atemzug bleibt er ein Tier der besonderen Art. Denn solange er reflektieren und sich spiegeln kann, was er da anrichtet, solange werden sich die Fragezeichen am Firmament nicht auflösen.

 
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