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Die Prinzessin und ihr Trainer

Millionen von Menschen verfolgen die Heirat von Prinzessin Viktoria von Schweden und Daniel Westling (ein "ehemaliger" Fitnesstrainer) mit Spannung und viel Mitgefühl. Der Hochadel verbindet sich mit dem niederen Volk. Einfaches Blut dringt in die Reihen der "Begnadeten" ein und versetzt das einfache Plebs in einen wahren Konkurrenz-Taumel zur aktuell laufenden Fußball-WM...

 

Logisch. Die Deutschen Jungens verlieren schicksalhaft mit Schiedsrichterunterstützung und hoffen am Mittwoch auf einen Glückstag gegen das "große Ghana". Da liegt es doch nur nahe in der Zwischenzeit ein Auge auf das wahre Liebesglück dieser Erde zu richten. Das Schwedische Königshaus (mit dem ich mich als Coburger übrigens sehr verbunden fühle) feiert mit 1100 Gästen (hat es für mehr nicht gereicht?) unter den Augen von 250.000 Schaulustigen (für die war die Karte nach Südafrika zu teuer).

Wenn man sich daran erinnert, dass der Deutsche Hochadel eine enge Verbindung zu den Nazis gepflegt hat und wenn man weiter in die Vergangenheit zurückdenkt, dann kommt einem schnell die dynastische Politik der Habsburger im 16. und 17.Jahrhundert in den Sinn, die Dekadenz italienischer Adelshäuser bin in die Neuzeit, der Kampf liberaldemokratischer Kräfte gegen die Zaren- und Adelsimperien in Osteuropa und vor allem die Millionen und Abermillionen von Menschen, die in den letzten Jahrhunderten vom ursprünglich "selbsternannten" Adel in aller Welt geschunden und gepeinigt worden sind.

Bedenkt man, dass seit 1996 die Zahl derjenigen Schweden, die "die Monarchie für eine gute Sache halten" von 70 Prozent auf etwa 45 Prozent gesunken ist (laut Umfrage des Instituts FSI für die Tageszeitung "Dagens Nyheter") und dass die Anzahl derjenigen, die die Monarchie für eine"schlechte Sache" hielten von zehn auf 25 Porzent gestiegen ist, dann wird einem schnell klar, dass nicht nur in Schweden die Popularität des Königshauses von 60 auf 40 Prozent gefallen ist, sondern, dass der Adel dieser Erde in den kommenden Jahren nur noch Schaufeste und öffentlichkeitswirksame Events feiern kann, denn wir mögen ihn eigentlich nicht mehr.

Wir (die Mehrheit) haben die Nase voll von diesen Traschkubinen und Emotionsdrösen, von diesen gelangweilten Millionären und Reinheitsfanatikern, von dieser puristischen Elite, die dem Anspruch zu führen noch NIE gerecht geworden ist.

Deshalb unser Credo: Schafft ihn einfach ab, indem ihr mit ihm seine Durchmischung mit dem einfachen Volk feiert. Sie mögen sich heiraten, aber nicht mehr gegenseitig, sondern nur noch wechselseitig mit ihren "Untertanen". Dann werden sie eines Tages leider nicht besser werden, aber vielleicht genauso langweilig und spröde wie wir.

Gestern parkte vor dem Standesamt ein herrlich herausgeputzter roter Brummi als Brautfahrzeug - das wäre doch mal ein Zeichen von Volksnähe für die kommenden Hochzeitszeremonien unserer Adelsfreunde - oder ist das so nicht angedacht?!


 
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