Lena toppt Köhler: "Lena for President!"
Wenn Lena nach 28 Jahren den Bann bricht, dann ist es doch naheliegend, dass uns ein Politiker - natürlich am besten gleich das Staatsoberhaupt - wieder auf den Boden zurück holt. Ballack war ausgefallen und Lahm ist nur eins irgendwas, also blieb uns nicht viel zum Alltagsleuchten. Jedenfalls befanden - oder befinden? - wir uns inmitten einer Krise und die Stimmung war bis zur besagten Nacht (29.05.10) am Sickern, oder besser am völligen Einsacken...
Lena hatte es schließlich geschafft. Ihr gelang es selbst die miesesten Miesepeter zu optimistischen Voraussagen innerhalb einer Schlechtwetterfont zu veranlassen. Da begegnete mir der sonst triste Nachbar mit einem Lächeln auf den unausgeschlafenen Lippen und meinte: "Jetzt kann's wieder losgehen!" Als verstünde ich mich auf den Neubeginn, und wüßte sofort, was gemeint sein könnte.
In jedem Falle begann der verregnete Morgen mit einem allgemeinen Strahlen. Menschen begegneten sich mit Licht und Zuversicht. Sprachen sanftmütig und achtsam miteinander, anstatt wie üblich gegeneinander. Reagierten gelassen und selbstbewusst, wenn etwas nicht sofort funktionierte, denn schließlich war man in Europa wieder wer (Israel ist ja nicht Europa - und wer mag die schon nach all dem und all dem Blockieren!)). Bepunktet von Dänemark ("unseren Freunden!"), sogar von Frankreich und England und Belgien und schließlich von Schweden und Littauen nordisch geadelt. So konnten wir diesen Morgen beginnen, wie eine Neugeburt, wie eine Wiederauferstehung aus den Tiefen der Tristess. Wie eine Götterdämmerung - und unsere Göttin hieß Lena!!!
Bis, ja bis dieser Köhler dann dazwischen kam. Zuviel der Anfeindung habe er erdulden müssen und ziehe sich deshalb aus Amt und Würden zurück. Erste Reaktionen des Fußvolkes zeigten Bedauern, in das sich aber mehr und mehr Wut und Unverständnis mischten. Denn schließlich hätte er bleiben müssen. Mit uns und Lena, eben da wo wir gerade waren. Am Höhepunkt.
Aber nein, wir sollten wissen, dass der eigentliche Alltag hart und unfair war, ruppig und voller Missgunst. Deshalb sei er jetzt zurückgetreten und werde mit seiner Frau heulen und klagen über den mangelnden Beistand und die bösen Nachreden. Schließlich sei er nur ein Mensch und keine Lena!
Aber spätestens in diesem Moment schwant dem geneigten Leser, was hier eigentlich vorgefallen war.
Allen vorgeschobenen Ausreden zum Trotz: Er hatte es nicht verkraften können, dass SIE in der Nacht zuvor zum Olymp erhoben worden war.
Er fand sich nicht in der Lage seinen Thron mit ihr zu teilen. Deshalb habe er in Wirklichkeit die heiligen Hallen verlassen, deshalb habe er die Stellung geräumt. Er habe diesem Lächeln, diesem unverfälschten einfachen "hallo, I'm so amazed!" nicht widerstehen können, jenes jugendlich unbedarfte "Yes I do!" nicht ertragen können, jene unschuldige "Give me more!"-Einstellung nicht toppen können. Deshalb musste er gehen.
Und seine Frau hatte ihn die ganze Nacht gedrägt einen Schnitt zu machen. In der Nähe dieser unmöglichen, unausgebildeten Schausteller-Person wollte sie nicht bestehen müssen sollen.
Die Köhlers gingen und Lena bleibt.
Unityall rät allen Parteien: "Macht Euch keine langwierigen und aufwändigen Gedanken über die anstehende Personalwahl für das neu zu wählende Staatsoberhaupt! Das Europäische Volk hat längst entschieden.
ES IST ZEIT FÜR EINE FRAU: LLLLL...............AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!!!!!"


