Als wäre "Occupy Wall Street" etwas Neues!
Seit Jahren schreibe ich mir hier die Finger wund, dass wir endlich auf die Straße gehen sollten, weil wir abegzockt werden und verraten und betrogen. Jetzt beginnen die Geschlagenen und Abgebrannten zu reagieren. Und sogar die Rechten und Liberalen (die für das ganze Galama mitverantwortlich zeichnen, weil sie es in den vergangenen Jahren zugelassen haben), sogar diese Fahnendreher haben ihre Flaggen jetzt in den Wind gesetzt. Man sollte sich eigentlich erbrechen in Anbetracht dieser Scheinheiligkeit. Alle sind für eine Begrenzung und keiner tut etwas dagegen. Also weiter wie gehabt?
Seit vielen Jahren schreibe ich an dieser Stelle über meine Wut und meinen Ärger, über die Tatsache, dass einige Wenige sich bereichern dürfen, zocken und spekulieren, wie es der Normalverbraucher nicht einmal im Traum könnte. Und ich beginne zu spekulieren, meine Steuern nicht mehr pünktlich zu zahlen, wenn das so ungebremst weitergehen sollte. Seit 20 Jahren knüpple ich für meine vielen Kinder, die jetzt langsam zu Steuerzahlern werden. Seit dieser Zeit ist es mir nicht gelungen mit meiner wahrhaftig grandiosen Ausbildung etwas Geld auf die Seite zu legen. Es gibt tatsächlich keinen Pfennig. Dabei spare ich nicht schlecht. Aber für die Banken. Sie haben mir in den vergangenen Jahren immer wieder das letzte Hemd ausgezogen und sich an mir bereichert. Ich habe weder spekuliert noch gezockt. Ich hatte nur Zinsen zu zahlen. Zinsen für eine Arbeitserlaubnis, die heute keinen Pfifferling mehr wert ist. Aber das ist mein persönliches Bier...
Die Tatsache jedoch, dass Steuergelder (und das ist auch mein mühsam verdientes Geld) jetzt zu Bankenrettungsschirmen umfunktioniert werden, weil einige Penner nicht richtig haushalten können, die ist mir Anlass genug hier und jetzt ganz laut für die Besetzung dieser Wallstreets einzutreten (und es ist mir egal, ob die in Frankfurt liegen oder in Tokio oder in Kapstadt). Die Heulerei, dass sonst die Wirtschaft und die vielen schönen Arbeitsplätze vor die Hunde gehen würden, die könnte mir gestohlen bleiben, solange die Penner mit untergehen, die dafür verantwortlich sind. Aber das wird nicht der Fall sein. Denn die Zocker haben vorgesorgt. Im Gegensatz zu mir. Ich habe kein Polster und keine Reserve. Wenn das Boot sinkt, dann werde ich zwar nicht ertrinken, aber die armen Hunde versorgen müssen, die das Salzwasser zu kosten bekamen.
Damit dieser unsägliche Zustand nicht eintritt müssen jetzt endlichTaten folgen. Wir benötigen eine Ethik, die praktikabel und brauchbar ist. Meine Empfehlung: www.unilogon.de (Leben mit Sieben Prinzipien). Zockende Banker hätten da keinen Platz mehr. Unlautere Machenschften mit perversen Derivaten müssen einfach verboten werden. So wie Drogen verboten wurden und Giftstoffe. Da gibt es keine Freiheitshasplerei. Was allgemeinen Schaden anrichtet, muss unterlassen werden.
Jetzt Volk steh auf! Und zeige deine ausgleichende Macht. Die Zeit der Oligarchen ist vorüber. Wir wollen eine gerechte Verteilung der Güter dieser Erde. Und solange ich mir diese Domain noch leisten kann, werde ich dafür eintreten - mit vollem Munde und auch mitten in tiefster Nacht.


