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Eine Welt voller Krieg

Der Spiegel titelt diese Woche mit "Kalter Krieg im Internet". In der Schwäbischen Zeitung berichtet der Aufmacher  davon, dass Russland den Terroristen den Krieg erklärt und in Privatschulen wird der vergangene (?) Krieg gegen die letzte Generation aufgearbeitet.

 

Die menschliche Rasse bleibt zutiefst kriegerisch und aggressiv. Die rennomierte Fachzeitschrift "Lancet" (Spiegel PB : Health-care need of people affected by conflict:future trends and changing frameworks; 375; 2010; 341-345) berichtet über die Komplexizität weltweiter Auseinandersetzungen. Wir haben es immer häufiger mit lange andauernden Konflikten innerhalb von Staaten zu tun, die von irregulären Tuppen ausgetragen werden. Dabei spielen primär ökonomische Interessen eine Rolle, die zu ethnischen Rivalitäten ausarten. Gleichzeitig wachsen weltweit in den Städten die Slums. Als randständige oder rurale Außenseiter fühlt sich kaum jemand für diese Armen zuständig. Ihre Mortalität ist enorm hoch, wobei Tuberkulose, AIDS und chronische Erkrankungen, das typische Seuchenbild von Pest und Cholera abgelöst haben.Die sich streitenden Parteien respektieren immer weniger humane Grundsätze, ja, sie bedrohen gar die Helfer und betrachten jede Unterstützung als Einmischung in ihre inneren Angelegenheiten.

In Anbetracht dieser Entwicklung nimmt es kaum Wunder, dass die Hoffnungen eines Optimisten an den Nullpunkt geraten: Eine friedvolle Welt mit Respekt und Achtung für die Mitbewohner ohne Waffen schaffen zu wollen, erscheint wie eine Jahrhunderte alte Utopie. Resignation und Besinnung auf die egoistischen Bedürfnisse sind die Folge und führen ihrerseits wieder zu unsozialen Verhaltensweisen, die den Kreislauf der Gewalt nähren.

Es kann nicht Sinn dieser Seiten sein, sich auf ein reines Lamento zu beschränken. Deshalb fordere ich zur Neubesinnung auf. Immer und immer wieder! Nur, wer sich selbst Rechenschaft ablegt über sein eigenes Verhalten, der wird voran kommen im Bestreben die Spirale der Gewalt zu unterbrechen.

Deshalb bitte ich um Reflexion bezüglich der kleinen Dinge des Alltags. Jede Form der Gewalt, der verbalen und der tätlichen, sollte unter die Lupe genommen werden. Wir benötigen Ventile, um unseren Hormonhaushalt auszugleichen und die überschüssige Energie abarbeiten zu können. Wir benötigen Praktiken, um mit Frust und Niederlage vernünftig umgehen zu können. Das sollte trainiert werden. Das ist trainierbar (www.biotrain.de) - ebenso wie Krieg und Gewalt trainierbar sind.

Die Duldung profaner Aggression als Mittel zum Zweck ist in den aktuell lebenden Generation als Normalität angelegt. Das Überleben der Menschheit war dadurch sicher. Jetzt wendet sich das Blatt und die humane Aggression wird zum Stolperstein einer weltgerechten Weiterentwicklung. Wir zerstören unsere natürliche Umwelt, plündern unsere Ressourcen und verstümmeln unseren Nachwuchs mit tradierten Techniken sexueller und aktiver Verrohung. Damit muss endlich Schluss sein. Es muss Konsens darin bestehen, dass Gewalt als Mittel zum Zweck ausgedient hat, sowohl seitens des Staates, als auch seitens des Individuums. Die Frage nach der Legitimität von Gewalt löst sich dort, wo die Späre eines Zweiten verletzt wird. Es geht an dieser Stelle auch nicht um die Präsentation einer schnörkellosen Gewaltfreiheitsphilosophie, sondern viel mehr um das Bemühen, die Ursachen für terrestrisches Elend und humane Ungleichheit deutlich zu machen.

Diese Welt sehnt sich seit Ewigkeiten nach Frieden. Und diese Welt braucht dringend Frieden. Wir sollten intensiv damit beginnen Frieden zu schaffen. Jeder an seinem eigenen Herd. Jeder durch Zusprache und Unterstützung, durch kleine Zeichen und vielfach unsichtbares Handeln. Es ist nicht sinnlos sich um Friedfertigkeit zu bemühen, und es ist wichtig jetzt nicht nachzulassen im Bemühen um eine bessere Zukunft.

 

 
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