Trotz und blauer Himmel
Nach dem vierten Lebensjahr ist alles wie nach dem zehnten oder dem vierzigsten. Es geht alles weiter wie bisher, nur die Hormone werden aktiver. Die Energiepegel erreichen ungeahnte Höhen und die Eltern erleben ungeahnte Ausbrüche.
Jetzt kommt es auf die Rahmen an, die man gemeinsam bereits gezimmert hat oder, die man jetzt zusammenfügt, damit das junge Küken nicht über den Rand hinausläuft und sich am Ende selbst Schaden zufügt.
Wenn Kinder Grenzen brauchen, dann spätestens nach dem vierten Lebensjahr - wenn es dann nicht bereits zu spät ist? Jetzt erwachen die Triebe des Ausprobierens und Entdeckens, des ungehemmten Herumspinnens und der Grenzfindung. Wer setzt mir ein Limit lautet die Frage? Hindert mich die Mutter mit Gewalt zu agieren oder zeigt mir der Vater gar wie ein Mensch sein Recht einfordert?
Das Vorbild von Erwachsenen erhält eine noch größere Bedeutung, denn groß werden ist noch immer das höchste Ziel. Wachsen und überflügeln, sich durchsetzen in seinen Belangen und verzweifelt weinen, wenn es nicht gelingt.
Erste Psychospielchen beginnen. Wer läßt sich ausspielen? Wie reagiert Mama auf die Absage an Papa? Mischt sich Papa ein, wenn mama mit mir streitet? Wann wird wer wie aggressiv?
Hier wird genau beobachtet und nach dem geeigneten Vorbild verfahren. Es wird verinnerlicht und als Muster stabilisiert, wenn es erfolgreich und häufig vorgelebt wird.
Aber auch eine andere Dimension erhält neue Bedeutung: Der Himmel über uns, das Christkind und der Weihnachtsmann...woher, wohin, warum, weshalb? Wo ist das Ende der Welt? Und was geschieht an Heiligem in der Schule, dass ich mich so darauf freuen muss?
Die Enttäuschung folgt auf dem Fuße. Zum Glück erst viel später...


