Schreikinder
Manche Babys schreien, andere schlafen und lachen. Schreibabys sind eine nervliche Zumutung für alle Eltern. Vielleicht hat das Kindlein im Mutterbach gelitten, vielleicht hat die Epigenetik nicht richtig funktioniert und vieleicht hat die Umwelt das ihre beigesteuert, dass das Kind jetzt nicht zur Ruhe kommen kann.
In jedem Fall wird jeder verstehen, dass ein schreiender Notarzt dem Unfallopfer keinen Nutzen bringen kann. Wenn er dagegen ruhig bleibt und - trotz Stressfaktor - die Übersicht bewahrt, wird er die besseren Vorausetzungen für wirkungvolle Hilfe schaffen, als sein ausgerasteter Kollege.
Für die Eltern bedeutet dies: Freiräume schaffen. Abwechseln. Zuwenden und niemals aufgeben.
Die Zuwendung verschafft dem Kind Sicherheit. Ein lächelndes Gesicht beruhigt und gibt Geborgenheit. Langsame Tagesabläufe, nachvollziehbare Handlungen und Wiederholungen bieten dem Neugeborenen mehr Nestgefühl als wilde Aktionen und unnötige Fahrten mit Wägen und Maschinen.
Lärmquellen und schnell wechselnde Bezugspersonen sind Stressfaktoren, die es abzustellen gilt.
Wer ein zufriedenes Baby möchte, der (natürlich immer auch die!) sollte sich fragen wie zufrieden und ausgeglichen er mit seinem Leben umgeht. Unzufriedenheit und Frust übertragen sich immer auf die Nachkommenschaft.
Schließlich sollten Quellen wie Musik und Gesang, Vorlesen (ab 12 Monaten) und Tanz nicht vergessen werden. Hier lassen sich wichtige Weichen für eine ausgeglichene Zukunft trainieren.
Wer die Ernährung vergisst, der vergisst einen der wichtigsten Faktoren für die Kindesentwicklung. Beim Stillbaby ist die Ernährung der Mutter wesentlich (sie sollte neben etwas Fleisch und Fisch stark vegetarisch orientiert sein - mehr dazu unter "Was ihrer Gesundheit nutzt").
Schreibabys benötigen also klare Strukturen und nachvollziehbare Abläufe. Wildes Chaos ruft wilde Töne hervor. Wer meint ein organisiertes Umfeld geschaffen zu haben und trotzdem mit einem Schreibaby kämpfen muss, der sollte sich zuerst von außen (Freunde - keine Verwandschaft - der Familie) eine Fremdmeinung holen, dann einen Fachmann hinzuziehen und schließlich nicht vergessen auch das Kind auf mögliche Ursachen hin zu untersuchen oder untersuchen zu lassen (Beispiele wären, Phimose= Vorhautverengung, die auf Grund des Harndrucks zu Schreianfällen führen kann, oder ungeeignete Kleidung wie zu enge Schuhe oder zu einseitige Ernährung).


