Gesundheit und Sozialkontakt
Ein dicht geknüpftes Sozialnetz erspart häufige Infekte und balanciert die Verteidigungslinien des menschlichen Körpers derart, dass Überreaktionen des Immunsystems weniger oft vorkommen.
Biochemische Impulse vermitteln (über Zytokine) diese Verbesserung der Immunabwehr nur dann, wenn viele Sozialkontakte stattgefunden haben. Über die Qualität der Kontakte machen die Studien allerdings keine Aussage.
Gehen wir davon aus, dass das Internet viele Sozialkontakte ermöglicht, so müßte als Konsequenz eine Verringerung der Infektneigung (z.B. weniger Schnupfen) die Folge sein. Allerdings melden hier viele Experten ihre Zweifel an. Denn das Internet ermöglicht keine direkten Sozialkontakte. Die Möglichkeit zur diversen Körperkontakten ist hier nicht gegeben. Menschen schlafen besser, wenn sie sich mit Ihresgleichen beschäftigen. Kollektives Erleben verlängert nicht nur das Leben an sich, es verbessert auch die Lebensqualität. Menschen die gemeinsame Dinge unternehmen, haben nicht nur Spass daran, sie sehen auch viel besser, wie sich die anderen um sie herum bezüglich eines bestimmten Parameters verhalten. Wenn Dicke mit Dicken essen gehen, dann braucht es keinen Hellseher, um herauszufinden, ob dann mehr gegessen wird als wenn Dünne mit Dünnen zum Essen ausgehen.
Freundschaften sind wichtig für gute Gesundheit. Dabei spielt die Nähe des Wohnortes eine wichtige Rolle. Je weiter entfernt die Freunde aufzusuchen sind, umso geringer der positive Effekt.
Wer in ein neues Eigenheim umzieht, der sollte sich jedenfalls zuerst kundig machen, welche Nachbarn ihn umgeben. Denn deren Wirkung auf sein Wohlbefinden ist weit höher einzuschätzen, als die seiner Familie.
Der Mensch hat offensichtlich das Herdentierdasein nicht ganz verlassen. Die Handlungen und Werte der verschiedenen Gruppen zeigen noch immer eine unübersehbare Bedeutung. Wir richten uns mehr oder minder bewußt nach den Gepflogenheiten der Massen, die uns umgeben.
Warum z.B. sollte der Mensch die Milch eines anderen Säugetieres trinken (Kuhmilch)? Die Milchindustrie hat eine goße Bedeutung in unserem Kulturkreis. Es gibt Regionen auf dieser Erde, wo die Kuhmilch keine Rolle spielt. Hier sind die Essgewohnheiten entsprechend anders organisiert und die Idee vom Euter einer Kuh zu nippen würde mit verdrehten Augen quittiert.
Ähnlich steht es mit religiösen Dingen. Grundsätzlich lebt länger, wer sich reigiös einbinden läßt und an überirdische Kräfte (Gott) glaubt. Religion bedeutet Gemeinschaft im tiefsten Innersten, ganz gleich wie weit die einzelnen religiösen Vorstellungen voneinander abweichen.
Am Ende scheint sich die Weisheit des Volkes zu bewahrheiten, die da lautet: "Sag mir mit wem du Umgang hast, und ich sage dir, wer du bist!"
Ob dieser wohl über Jahrhunderte gewachsene Spruch in Zeiten des Internet noch bestehen bleiben kann, mag man angesichts der Anonymisierung menschlicher Beziehungsstrukturen anzweifeln.


