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Trotz der Jahre

Vergleiche sie nicht!
Ihre Hände sind rauer.
Ihre Haut fältelt sich unmerklich,
aber ihre Lippen:
samtweich wie am ersten Tag.

Ein Blick in ihre grauen Augen
lenkt Wind zum Meeresstrand,
lässt süße Wellen glatter über Dünen brechen,
und Sonne heilt:
Die Zeit verrinnt im Niemandsland.

Hingabe ist das Maß der Dinge,
sie sei nicht stolz,
sie fühle Glück.
Wenn Wasser über harte Jahre
am weichen Stein sich schärfer schliff:
Dann weht ihr wildes, rotes Hexenhaar
zum Leuchtturm hin,
am Felsenrand.

Die dunklen Wolken ziehen weiter,
schneller als das Leid sich biegt.
Die Liebe fragt nicht mehr, sie weidet.

Ein langer Tag im Abendrot:
Die Stille flüstert über dunklen Wogen.
Zwei Hände singen gleiche Lieder.
Trotz alledem und alledem,
ihr Klang erfüllt die Himmelshallen.
Der Mond versilbert sanft das raue Meer.

 
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